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ANNES KAMPF
Anne Frank vs. Adolf Hitler

Adolf Hitler wusste von Anne Frank nichts, sie von ihm sehr wohl. Hitlers "Kampf" ist es, der die Geschichte der Anne Frank zeugt und beendet. Ende Februar, Anfang März 1945 stirbt Anne Frank im KZ Bergen-Belsen. Geblieben ist ihr Tagebuch, das in einer scharf geschnittenen Lesung auf Hitlers "Mein Kampf" trifft

MARIANNE BLUM und GUIDO ROHM lassen die beiden Texte in Auszügen aufeinanderprallen. Grauen und Hoffnung, Bestie und junges Mädchen. Geschichte, die Geschichte mit höhnischem Gelächter erzeugt

In einer Zeit, in der die Rechten wiedererstarken, ist es wichtig, den Kampf des kleinen Tagebuchs gegen den großen Diktator aufzuzeigen, um so einmal mehr ein Gespür und Gehör für die Feinheiten von Geschichte zu entwickeln. Denn Geschichte besteht immer aus Geschichten. Und Geschichten bestehen aus Schicksalen

Pressestimme
FZ

„Bei der Premiere ihres neuen Programms haben die beiden Künstler am Freitagabend nicht nur ein Stück deutsche Geschichte auf die Bühne im Fuldaer Kulturkeller gebracht, sondern mit großartiger Performance überzeugt. (…) Trotz der harten Kost bietet „Annes Kampf“ durchaus Unterhaltung. (…) Marianne Blum singt (…) bis sich das Publikum im voll besetzten Kulturkeller schließlich doch traut, angesichts Blums beeindruckender Stimmgewalt zu applaudieren. Das fällt mitunter – trotz der gelungenen Darstellung der beiden Figuren, einer kindlich-naiven Anne Frank und einem wahnsinnigen „Führer“ – schwer. Zu grausam sind die Erlebnisse, von denen das Tagebuch erzählt, zu verstörend die Zeilen über Ideologie und Rassenlehre. Aber es sind eben auch Hoffnung, Euphorie und Lebensfreude, die ebenso dargeboten werden wie Angst, Grauen und Menschenhass. Guido Rohms sprachliche Hitler-Imitation ist nicht parodistisch, lässt den Massenmörder aber gleichermaßen beängstigend und skurril, ja geradezu unfreiwillig komisch wirken. (…) Alles, was ich geschrieben habe, ist heute noch aktuell“, hatte die verstorbene Anne zu Beginn gemahnt. Und mit dieser Botschaft entlassen Marianne Blum und Guido Rohm nach zwei Stunden lebendigem Geschichtsunterricht und packender Unterhaltung unter begeistertem Applaus ihr Publikum.“

Pressestimme
Osthessen News

„Eine bewegende, mitunter auch beklemmende Begegnung erlebten zahlreiche Menschen, die jetzt zur Lesung „Annes Kampf“ in Heubachs einstige Synagoge gekommen waren (…). Die Schauspielerin Marianne Blum und der Schriftsteller Guido Rohm gestalteten das Aufeinandertreffen von Passagen aus dem „Tagebuch der Anne Frank“ und Adolf Hitlers „Mein Kampf“ an dem historisch doppelt geprägten Ort hochspannend, provokativ und zugleich einfühlsam. (…) Blum versteht es, auch den Humor in Annes Tagebuchgedanken erlebbar zu machen, ohne den grausamen Ernst der Situation auszublenden. (…) Dabei kontrastiert der Hitlers schnarrende Sprechweise aufnehmende, aber auf eigentliche Nachahmung verzichtende Rohm das Erzählen und Erleben des Mädchens mit grellen Schlaglichtern. (…) Blum und Rohm haben für „Annes Kampf“ eine enorm dichte, im rückblickenden Wissen um den Gang der Geschichte immer wieder erschreckende Auswahl von Texten zusammengestellt. Die emotional packendsten Momente des Abends entstehen, wenn die ungleichen Autoren von ihren Texten aufsehen und einander direkt begegnen. (…) Der Applaus, der erst nach einer Zeit des Innehaltens einsetzt, ist groß.“

Zuschauerreaktion
Robert Gilcher, Stadtteilhistoriker Frankfurt-Niederrad

"Eine verstörende, erschütternde und gleichzeitig großartige Darbietung der beiden Künstler. Eine Veranstaltung, die man gerne auch an anderen Orten in Frankfurt nochmal sehen würde. Gerade jetzt, zu einer Zeit, wo die Verharmloser, Verfälscher und Demagogen Hochkonjunktur haben. Neben Stolpersteinen und anderen Erinnerungsorten brauchen wir solche Veranstaltungen, die uns Kraft und Mut geben und die uns Argumente liefern im Engagement gegen Rassismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit. Vielen Dank an alle, die diesen Abend in Niederrad ermöglicht haben.“

Pressestimme
Volksstimme

„Beide Akteure ziehen das Publikum in ihren Bann (…). Ganz große Momente sind es auch, wenn sie sich vom Schreibtisch erhebt und singt. Da gibt es jiddische Lieder, bei denen sie mit ihrer Stimme den ganzen Saal füllt, da gibt es Durchhaltestücke wie „Davon geht die Welt nicht unter“ oder „Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehen“, die sie so gekonnt vorträgt, dass man glaubt, Zarah Leander vor sich zu haben.“