Veröffentlicht am 30. Januar 2025 | Autor: Sammy Eggers
Der Abend begann jedoch nicht auf der Bühne, sondern im Foyer des Theaters, wo eine Einführung in das Stück stattfand. Dabei kam es zu einer hitzigen Kontroverse, die die Relevanz von „Annes Kampf“ zusätzlich unterstrich. Der AfD-Kreisrat Benjamin Rösch nutzte die Gelegenheit, um die gezogene Parallele zwischen der menschenfeindlichen Ideologie des Nationalsozialismus und Äußerungen aus seiner Partei infrage zu stellen.
Rösch forderte mich auf, diese Verbindung zu erklären. Dabei konfrontierte ich ihn mit belegten menschenverachtenden Aussagen von AfD-Mitgliedern – Äußerungen, die tief ins völkische und antidemokratische Denken dieser Partei blicken lassen. Rösch versuchte, seine Partei zu verteidigen, doch die Argumente überzeugten das Publikum nicht. Vielmehr wirkte er zunehmend überfordert, was sich in den Reaktionen der Anwesenden widerspiegelte: Applaus und Zustimmung begleiteten meine Antworten, während Rösch keine Unterstützung erhielt.
Es war eine Diskussion, die den Abend prägte. Röschs Auftritt verdeutlichte unfreiwillig, warum Veranstaltungen wie „Annes Kampf“ notwendig sind. Die klare Positionierung des Publikums zeigte, dass die Menschen eine klare Kante gegen Menschenfeindlichkeit und Hetze erwarten – unabhängig von ihrer Quelle.
Das Publikum erlebte ein Wechselbad der Gefühle: Betroffenheit, Erschütterung und Nachdenklichkeit dominierten. Blum und Linke meisterten die schwierige Balance zwischen dem erschütternden Inhalt und den Momenten, die den Zuschauern Raum zum Atemholen gaben, mit Bravour. Am Ende ehrte das Publikum die Künstler mit Standing Ovations.
Dieser Abend in Lahr machte deutlich: Die Auseinandersetzung mit Vergangenheit und Gegenwart darf nicht weichgezeichnet werden. „Annes Kampf“ ist nicht nur ein Theaterstück, sondern ein Appell an die Gesellschaft, Menschenverachtung in all ihren Formen zu erkennen und ihr entschlossen entgegenzutreten.
Ein besonderer Dank geht an die Kultur GmbH Lahr und das Parktheater, die diese Aufführung ermöglicht
und damit ein klares Zeichen gegen Hetze und für Menschlichkeit gesetzt haben.
#WeRemember
Ausverkauft! Dieses Wort sehen Künstler gern. Erst recht, wenn es sich bei der ausverkauften Veranstaltung um eine Uraufführung handelt, von der beide – sowohl die Künstler als auch das Publikum – vorher nicht wissen, was sie erwartet, bzw. wie es ankommt, was sich zunächst nur auf dem Papier entfaltet und dann in der Probenphase unter Zweifeln und Ringen auf die Bühne gebracht wird. Was für ein Glück, wenn beider Erwartungen so übertroffen werden wie im Fall der Uraufführung des Theaterstücks „Davon geht die Welt nicht unter“.
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