Veröffentlicht am 30. Januar 2025
Doch kaum war der letzte Vorhang gefallen, überschlugen sich die politischen Ereignisse auf beängstigende Weise und unterstrichen die bedrückende Aktualität unseres Theaterstücks.
Am 29. Januar brachte die CDU ihren umstrittenen Antrag zur Migration zur Abstimmung – mit einer Mehrheit, die nur durch die Stimmen der in Teilen rechtsextremen AfD zustande kam. Bilder jubelnder AfD-Politiker gingen um die Welt und sorgten für Fassungslosigkeit. CDU-Parteichef Friedrich Merz trug die Verantwortung für diesen historischen Tabubruch im Bundestag.
Nur einen Tag später, am 31. Januar, versuchte die CDU erneut, mit der AfD ein sogenanntes "Zustrombegrenzungsgesetz" durchzusetzen – diesmal erfolglos, weil es Abweichler in den eigenen Reihen und bei der FDP gab. Seitdem rollt eine beispiellose Protestwelle gegen rechts durch Deutschland. Hunderttausende Menschen demonstrieren gegen die Normalisierung rechtsextremer Politik.
Die CDU bemühte sich, die Ereignisse auf ihrem Parteitag herunterzuspielen, doch das Stimmungsbild in der Gesellschaft bleibt gespalten. Während einige Umfragen einen erheblichen Zuspruchsverlust für die CDU verzeichnen, zeigen andere Institute eine gleichbleibende oder gar steigende Zustimmung. Klar ist: Ein Kampf um die Deutungshoheit ist entbrannt – und er ist noch lange nicht entschieden. Weitere Massendemonstrationen sind angekündigt, und es bleibt offen, welche langfristigen Folgen dieser Tabubruch haben wird.
Dass "Annes Kampf" berührt, zeigen auch die bewegenden Rückmeldungen des Publikums. Zwei Stimmen aus dem Lippstädter Publikum möchten wir hier stellvertretend wiedergeben:
Ein Zuschauer schrieb uns:
"Ich habe den wohl intensivsten Abend in einem Theater seit ewigen Zeiten erlebt. Ihr Engagement, Ihre Kraft und Ihr Mut sind beispielhaft für unsere Gesellschaft, in der wir zurzeit leben. Angesichts der dramatischen gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen in unserem Land hatte ich fast schon resigniert. Am Freitag haben Sie mir, durch „Annes Kampf“, wieder Kraft gegeben, ebenfalls weiterzukämpfen. Bitte machen Sie weiter, ich werde es auch tun."
Eine andere Besucherin teilte ihre Eindrücke:
"Ich war schwer begeistert! Es dauerte zwar ein bisschen, bis das Stück emotional bei mir Fahrt aufgenommen hatte, aber das schiebe ich mal auf meine Tagesform... Letztlich entfalteten die Texte in dieser intimen Atmosphäre noch mehr Wucht. Zwar war ich mit 53 Jahren nur noch bedingt in der Zielgruppe, aber das tat meiner Erfahrung keinen Abbruch: tolle Schauspieler, gut ausgewählte Texte, interessante Musikstücke, schönes Gespräch im Anschluss!"
Diese Stimmen bestärken uns in unserer Arbeit. "Annes Kampf" ist kein bequemes Theaterstück. Es konfrontiert, es fordert, es bewegt. Doch genau das ist in Zeiten wie diesen wichtiger denn je.
Lasst uns gemeinsam weiter für eine offene und demokratische Gesellschaft eintreten. Denn Geschichte wiederholt sich nicht von selbst – sie wird wiederholt, wenn wir nicht aus ihr lernen.
Ausverkauft! Dieses Wort sehen Künstler gern. Erst recht, wenn es sich bei der ausverkauften Veranstaltung um eine Uraufführung handelt, von der beide – sowohl die Künstler als auch das Publikum – vorher nicht wissen, was sie erwartet, bzw. wie es ankommt, was sich zunächst nur auf dem Papier entfaltet und dann in der Probenphase unter Zweifeln und Ringen auf die Bühne gebracht wird. Was für ein Glück, wenn beider Erwartungen so übertroffen werden wie im Fall der Uraufführung des Theaterstücks „Davon geht die Welt nicht unter“.
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