Sammy Blum
Veröffentlicht am 15. März 2026
Auch in diesem Jahr haben wir die Tage in Freiburg intensiv genutzt: für Gespräche, neue Kooperationen, Wiedersehen mit langjährigen Partnern – und für viele spannende Begegnungen mit Veranstaltern, die auf der Suche nach Programmen mit gesellschaftlicher Relevanz sind.
Die IKF ist für uns vor allem eines: ein Ort des direkten Austauschs. Kaum irgendwo sonst lassen sich so viele Gespräche mit Veranstaltern, Programmverantwortlichen und Kulturinitiativen führen wie hier.
Gleichzeitig haben wir viele neue Interessierte kennengelernt, die auf der Suche nach Bühnenprogrammen mit klarer Haltung und gesellschaftlicher Relevanz sind.
In den Gesprächen wurde einmal mehr deutlich, dass sich das kulturelle Umfeld derzeit verändert. Viele Veranstalter beobachten – wie wir – zunehmend extremistische Tendenzen in Politik und Gesellschaft. Gleichzeitig wächst vielerorts die Bereitschaft, kulturelle Räume bewusst als Orte der demokratischen Auseinandersetzung zu stärken.
Genau hier setzen unsere Produktionen an.
Unter dem Leitgedanken „Bühne mit Haltung“ entwickeln wir seit Jahren Programme, die historische und gesellschaftliche Themen aufgreifen und zur Auseinandersetzung einladen. Dazu gehören insbesondere Produktionen wie „Annes Kampf“ und „Davon geht die Welt nicht unter“, die Geschichte nicht nur erzählen, sondern in einen heutigen gesellschaftlichen Kontext stellen.
Dass diese Positionierung zunehmend auf Interesse stößt, bestätigt uns in unserer Arbeit: Theater kann und sollte mehr sein als Unterhaltung – es kann Impulse geben, Diskussionen anstoßen und gesellschaftliche Verantwortung sichtbar machen.
Ein schöner Effekt der diesjährigen IKF war auch das Wiedersehen mit vielen Veranstaltern, mit denen wir in den vergangenen Jahren zusammenarbeiten durften. Aus ersten Begegnungen auf früheren Kulturbörsen sind inzwischen stabile Kooperationen und langjährige Partnerschaften entstanden.
Solche Entwicklungen zeigen, dass sich kontinuierliche Präsenz und persönlicher Austausch auszahlen. Für uns ist die IKF deshalb nicht nur eine Messe, sondern auch ein Ort der Bestätigung: Unsere Arbeit wird wahrgenommen – und sie findet Resonanz.
Mit vielen neuen Kontakten, konkreten Anfragen und frischen Ideen im Gepäck sind wir aus Freiburg zurückgekehrt. Die kommenden Monate werden zeigen, welche neuen Gastspiele, Kooperationen und Projekte daraus entstehen.
Eines ist jedoch schon jetzt klar: Der Bedarf an kulturellen Formaten, die Haltung zeigen und gesellschaftliche Themen aufgreifen, wächst.
Wir freuen uns auf viele weitere Begegnungen – auf Bühnen, bei Veranstaltungen und natürlich auch bei der nächsten Internationale Kulturbörse Freiburg.
Mit diesem Stück liefert Marianne Blum eine neue Probe ihres humoresken Schaffens. Sie bringt darin das Kunststück fertig, eine überraschende Geschichte mithilfe leichtfüßiger Dialoge voller Wortwitz zu erzählen, in der die breit gefächerte und auf ungewöhnliche Weise aber stets hervorragend interpretierte Musik des Trios Teil und Treibstoff der Handlung ist. Dabei wird in „Zu guter Jetzt“ eine moderne Variante der „Orpheus und Eurydike“-Erzählung verhandelt, zusammengedacht mit dem Pandora-Mythos und einer Prise Adam und Eva. Diese drei antiken Sagen beziehen sich historisch aufeinander, gehören inhaltlich zusammen und berühren Kernthemen, die zeitlos aktuell sind: Wenn wir wirklich gravierende Einschnitte im Leben erleben, hilft da die Kunst? Warum schätzen wir so Vieles erst, wenn wir es verloren haben? Warum soll an allem die Frau schuld sein und warum wird dieser Unsinn bis heute so erzählt?
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Urkomische Dialoge, bei denen die Fetzen fliegen, temporeiche Szenenwechsel, schnoddriger Mutterwitz, bissiges Kabarett und ein großer musikalischer Spaß: Erich Kästner, Kurt Tucholsky, Claire Waldoff, Billy Wilder – all diese großen Humoristen haben unverkennbar bei diesem Stück Pate gestanden. Sie hätten ihren Spaß an diesem temporeiche Theatervergnügen, das die 20er Jahre feiert und trotzdem brandaktuell ist.
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